• Katharina & Julius

Update aus Kambodscha, Corona & co


Seit unserem letzten Blogeintrag sind mehr als zwei Monate vergangen und wie ihr wisst, haben sich die Ereignisse auf der gesamten Welt überschlagen.


Auch in Kambodscha spielt Corona eine große Rolle. Die Regierung hat alle Versammlungen verboten und den Notzustand ausgerufen.

Wie in jedem anderen Land bedeutet das, dass der Staatsapparat mehr Macht und Befugnisse hat.

Das ist in einem Land wie Kambodscha, wo die Korruption ohnehin schon präsent ist (Kambodscha ist auf Rang 160 von 179 Ländern weltweit bezüglich des Korruptionsindexes), natürlich kein Zuckerschlecken.

Man muss sich einfach bewusst machen, dass sich die Situation jederzeit völlig ändern kann und dies in jede Richtung.

Wir wollen aber gar nicht zu weit darüber nachdenken, was alles passieren könnte.

Wir erleben jetzt die Not in Kambodscha und wollen helfen wo wir können. Gerade jetzt ist hier die Hilfe nötiger denn je.

Durch den globalen Konsens, die Ausbreitung von dem Corona Virus durch massive Einschränkungen verhindern zu wollen, hat es auch in Kambodscha zu immensen wirtschaftlichen Einbußen geführt.

Das erleben vor allem die Menschen, die in irgend einer Weise im Tourismus Sektor gearbeitet haben.

Vor allem Siem Reap ist eine kleine Stadt, die fast nur durch den Tourismus boomt. Nun fehlt dieser komplett. Hotels, Restaurants und viele Shops mussten schließen, Arbeiter mussten entlassen, oder ohne Einkommen nach Hause geschickt werden.

In Kambodscha hängt an einem Einkommen meistens eine ganze Großfamilie. Viele junge Kambodschaner kommen von den Dörfern, um in den Städten zu arbeiten. Von ihrem niedrigen Lohn unterstützen sie ihre Familien auf dem Land. Vor allem die Familienmitglieder, die nicht mehr arbeiten können, wie Ältere und Kranke, sind auf diese Unterstützung angewiesen. Besonders in Siem Reap trifft es viele Angestellte hart. Um die 2,6Millionen Touristen besuchen Siem Reap jedes Jahr.

In dieser Not hat das ICF sehr schnell reagiert und "Emergency Packages" (Notfall-Pakete) eingerichtet.

Wir als Familie sind begeistert wie schnell durch die Arbeit hier den Menschen in ihrer Not nachhaltig begegnet werden kann. Zuerst wurde den Familien aus den Patenschaftsprogrammen geholfen. Nun dürfen sich noch mehr Familien bewerben um Nahrungsmittel und Hygieneartikel zu erhalten. Diese werden nicht einfach ausgegeben, sondern unsere Sozialarbeiter unterrichten die Familien in den Dörfern, wie sie z.B. Gemüse anbauen können.

Ein chinesisches Sprichwort sagt: "GIB EINEM HUNGERNDEN EINEN FISCH UND ER WIRD EINMAL SATT. LEHRE IHN DAS FISCHEN UND ER WIRD NIE WIEDER HUNGERN". Das ICF möchte in der Not die Kambodscha gerade erlebt genau das tun. Wir möchten nicht nur Essen geben, sondern die Menschen beim Anbau von z.B. Gemüse schulen.

Wir sind dankbar dass wir gerade jetzt hier sein dürfen und einen kleinen Teil dazu beitragen können, den Menschen in ihrer Not zu begegnen.


Die Arbeit im ICF hat sich an vielen Stellen durch COVID-19 sehr verändert. Durch die Vorgaben der Regierung können keine Celebrations mehr stattfinden, Kids und Jugendliche können nicht auf unseren Campus kommen, um an unseren Angeboten teilzunehmen, wir als Europäer dürfen nicht mehr in die Dörfer raus und vieles mehr.

Das ICF Cambodia hat aber auch hier sehr schnell auf alle Veränderungen reagiert und wir konnten einiges umstellen, sodass niemand der ca. 100 Kambodschanischen Angestellten im ICF ohne Arbeit sein muss.

Wenn ihr mehr über die EMERGENCY PACKAGES vom ICF erfahren möchtet, schaut euch unbedingt das Video an oder besucht auch gern die Website: https://www.icf-campus.com/donate/projects/emergency-packages/ oder schreibt uns auch sehr gern persönlich.

Wie ihr euch vorstellen könnt, hat Katharina vor allem jetzt im Social Media Team viel zu tun. Sämtliche Celebrations und Teachings (z.B. live skill class) die vorher auf unserem Campus statt gefunden haben, laufen jetzt über Social Media. Dabei geben sich alle Teams sehr viel Mühe und es kommen richtig gute Beiträge heraus.

Das ist für Kambodscha sehr wichtig. Es wird hier sehr viel `Social Media Müll` konsumiert. Man kann schon fast sagen, dass eine gewisse Abhängigkeit, vor allem unter den jungen Leuten herrscht. Also können die attraktiven Beiträge vom ICF mit wertvollem Inhalt hier sehr viel bewirken. Solange die Situation mit Corona noch so bleibt wird es im Social Media weiterhin viel zu tun geben. Katharina wird also in diesem Bereich weiter helfen, solange ihre Hilfe dort benötigt wird.


Julius konnte die Zeit in seinem Team gut nutzen, um sie im Bereich der Ersten Hilfe richtig fit zu machen.

Bei so vielen Kindern und Jugendlichen auf dem Campus war das auch längst überfällig. Zum Schluss gab es einen Test mit Abschlusszertifikat. Bei all unserer Arbeit steht es immer im Vordergrund, Kambodschaner auszubilden und ihnen etwas in die Hand zu geben, was sie in ihrem persönlichen Leben weiterbringt.


Für Julius hat sich jetzt die Chance ergeben zusammen mit einer weiteren Person ein kleines MEDICAL Departement zu starten. Dabei soll es weniger um Behandlung gesundheitlicher Probleme gehen, sondern mehr um das richtige Einschätzen, Betreuen und Koordinieren unserer Mitarbeiter und der Sponsorshipfamilien bei Krankheitsfällen.

Es gibt ja viele medizinische Einrichtungen hier und man kann vieles auch machen lassen, aber es sollte eigentlich immer kontrolliert werden. In unseren letzten Beiträgen konntet ihr schon lesen, was die Probleme der medizinischen Versorgung hier sind. Schon allein die Beratung und das richtige Koordinieren können hier sehr helfen.

Vor kurzem gab es erst wieder ein Beispiel. Eine Frau hatte sich das Handgelenk gebrochen. Das Krankenhaus hatte sie wieder weg geschickt, da sie nicht genügend Geld hatte. Nach einer Woche konnte sie den notwendigen Betrag auftreiben. Als sie wieder ins Krankenhaus ging wurde sie sehr schlecht behandelt. Man sagte ihr, dass es jetzt zu spät sei und sie nichts mehr tun können. Dabei wurde das Personal sehr ärgerlich und schüchterte die Frau sehr ein. Als sie Julius um Hilfe fragte, wollte sie durch diese Erlebnisse nicht mehr ins Krankenhaus. Sie dachte nun, dass ihr nicht mehr geholfen werden kann. Julius konnte sie ermutigen in eine andere Stadt zu fahren und dort die Operation machen zu lassen, sonst würde sie ihre Hand nicht mehr richtig benutzen können. Mittlerweile wurde sie erfolgreich operiert.

Wie es sich hier zeigt ist eine emphatische Hilfestellung und Beratung schon viel Wert. Vor allem in gesundheitlichen Belangen sind die Menschen hier sehr verunsichert und die medizinischen Einrichtungen hier tragen oft noch dazu bei, dass die Leute immer unsicherer werden.

Uns ist hier nochmal mehr bewusst und vor Augen geführt worden, wie sehr wir Menschen den Dingen hier auf der Welt viel zu viel hinterher rennen, weil wir glauben, wir brauchen dieses oder jenes. Oder wir sind viel zu sehr auf uns fixiert, sodass wir Chancen verpassen, Anderen Gutes zu tun, oder Andere sogar verletzen. Wir sind so privilegiert, mussten nie hungern, durften eine sehr gute Bildung in Anspruch nehmen und sind mit einem sehr guten Gesundheitssystem aufgewachsen. Es lässt uns still & dankbar werden, ganz besonders umso mehr Menschen und ihre persönlichen Geschichten wir hier kennenlernen.


Als Familie geht es uns sehr gut. Wir vermissen natürlich ein paar Sachen und am meisten unsere Freunde und Familien Zuhause, aber auch hier können wir immer wieder wunderschönes erleben.

Am liebsten gehen wir in das Gebiet von Angkor Wat, wo die über tausend Jahre alten Tempel stehen.

Es ist das einzige Gebiet hier in der Nähe mit unberührtem Wald. Wir genießen die Ruhe und die Naturgeräusche dort sehr. Erst vor kurzem waren wir wieder dort und haben Schwangerschafts- und Familienfotos für unsere Kambodschanischen Freunde gemacht und haben eine Horde Affen beobachtet. Die Affen sind sehr zutraulich, fast schon zu zutraulich. Sie sind auf Jakob und Julius herum geklettert.

Ansonsten geht es uns wie so wie vielen Anderen auf der Welt. Seit Mitte März sind wir zu "Lehrern" geworden und unterrichten unsere Kinder von Zuhause. Es gibt solche und solche Tage, aber irgendwie haben wir uns inzwischen an den Zustand gewöhnt :-)

Wir genießen es sehr, dass immer Trubel bei uns ist, weil wir mit mehreren Familien auf einem Grundstück zusammen wohnen. Die Kinder spielen viel zusammen und es sind enge Freundschaften entstanden.

Das ist ein großer Segen für uns und unsere Kinder.

Das Bild entstand zu Charlottes 4. Geburtstag.


Im Sommer wären wir eigentlich mal nach Deutschland gekommen. So wie es zur Zeit aussieht wird aber nichts daraus. Sollte sich wider Erwarten etwas ändern und die Flüge nicht zu teuer werden, dann könnten wir eventuell noch spontan erscheinen. Mal schauen, was so kommt.

Falls ihr unseren Blogeintrag lest, schreibt uns doch gern mal eine Nachricht. Wir freuen uns immer wieder von euch zu hören! Bis ganz bald :-)



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