• Katharina & Julius

សួស្តីអ្នករាល់គ្នា (ausgesprochen wie: sosdei däng okniä) - hello everybody

សុខសប្បាយ (sock sabbai) - wie geht’s?

Wir freuen uns sehr mal wieder berichten zu können. Wir haben uns ein paar Tage frei genommen, da wir gerade Besuch haben. Das gibt uns die Gelegenheit, uns mal wieder auf private Dinge konzentrieren zu können und über die letzte Zeit zu erzählen.


Seit dem wir in dem neuen Haus wohnen hat sich für uns einiges entspannt und wir sind sehr glücklich über dieses neue zu Hause. Wir fühlen uns richtig wohl hier und haben die Gelegenheit unser zu Hause mit anderen zu teilen und unsere Gastfreundschaft hier voll zu leben. Erst kürzlich ist auch eine andere deutsche Familie neben uns eingezogen, die wir auch vorher schon kennen lernen durften. Das ist ein großer Segen für uns und unsere Kinder. Vor allem den Kindern fehlten Freunde und die Möglichkeit, diese auch regelmäßiger zu treffen. Aber da hat sich vieles in der letzten Zeit getan, sodass sich unsere Kids hier mehr und mehr wohlfühlen.



Dennoch haben wir in der letzten Zeit einen sehr intensiven Prozess durch gemacht. Wir haben unsere Tätigkeiten hier sehr viel hinterfragt. Wir haben gemerkt, dass wir mit zu konkreten und engen Vorstellungen gekommen sind und waren dadurch enttäuscht darüber, was auf uns zugekommen ist. Wir haben lange unseren Platz hier gesucht und scheinbar geglaubt, dass es nur auf unsere Arbeit hier ankommt. Es war immer wieder schwer für uns unsere momentanen Tätigkeiten zu akzeptieren und Leidenschaften dafür zu entwickeln, da wir so viele andere Nöte tagtäglich sehen.


Bei all den Überlegungen haben wir erkannt, dass es

fast keine Rolle spielt, wo wir uns einsetzen lassen.

Die Nöte sind überall da. Sei es eine medizinisch/körperliche, oder eine seelische/geistliche Not. Es ist schwer zu sagen, wo wir den größten Unterschied machen werden, denn das sieht man erst im Nachhinein.

Wir wollen uns von Gott leiten lassen und auf offenen/geschlossene Türen hoffen. Denn nur so werden wir der Segen hier sein können, für den uns Gott hierher gestellt hat.




Je mehr Leute wir hier persönlich kennen lernen und Freundschaften aufbauen, desto mehr versteht man die Situation des Landes. Hinter nahezu jeder Person steckt eine ergreifende Geschichte.

Es gibt viele gesellschaftliche Probleme, die sich hier häufen, oder die es flächendeckend in der Geschichte gab.

Häufig sind das Alkoholprobleme in manchen Familien und damit auch meistens körperliche Gewalt. Nicht selten werden junge Mädchen sexuell missbraucht. Viele Eltern oder Großeltern haben noch die Schreckensherrschaft der Roten Khmer miterlebt, oder waren sogar daran beteiligt.

Viele der Familien verschulden sich aus verschiedenen Gründen enorm, teils wegen gesundheitlicher Rechnungen und teils aus unüberlegten Kreditaufnahmen. Das sind nur einige Beispiele der Herausforderungen hier.

Schon allein unser Familienleben kann hier also einen riesengroßen Unterschied machen, wenn wir unser Leben mit den Menschen teilen.


Wir wollen aber nicht den Eindruck hinterlassen, dass es hier nur Probleme gibt und die Menschen hier völlig "zerstört" sind.

Genau das ist das Erstaunliche an ihnen. Trotz all dieser Probleme strahlen sie eine Freude aus, die man bei uns in Europa nur suchen kann.

Sie sind sehr gastfreundschaftlich und hilfsbereit. Wir sind echt begeistert von ihnen, da sie einen so harten Alltag mitunter haben und trotzdem ihr Leben meistern und lachen können. Davon können wir nur lernen. Die Kambodschaner sind uns echt ans Herz gewachsen.




Was haben wir noch so erlebt?

An einer besonderen Geschichte können wir euch gleich mehrere Begebenheiten dieses Landes und unserer Begegnungen beschreiben.

Vor ungefähr einem Monat bekam Julius die Anfrage, ob er sich mal jemanden mit starken Schmerzen und Unbeweglichkeit anschauen könnte. Es ist der Papa einer guten Freundin von uns hier. Vor 6 Monaten ist er gestürzt. Seitdem hatte er stärkere Schmerzen, die er mit Schmerzmittel unterdrückt hat. Da er auch traditioneller Heiler zu dem Zeitpunkt war, meinte er auch sich selber heilen zu können. Man muss dazu sagen, dass er wohl sehr erfolgreich Leute mittels seiner Künste geheilt hat, die teilweise schon größere gesundheitliche Schwierigkeiten hatten.

Das waren z.B. Leute, denen im Krankenhaus schon nicht mehr geholfen werden konnte mit Knochenbrüchen und anderen schwereren Fällen.

So hat es uns seine Familie erzählt. Traditionelle Heiler spielen hier noch eine große Rolle und besitzen einen großen Einfluss auf die Menschen. Deren Meinung und Rat ist oft wichtiger, als der anderer. Oftmals suchen die Menschen auch nur diese Heiler auf, anstatt ins Krankenhaus zu gehen. Teilweise sind es erschreckende Sachen, die diese Heiler dann tun. Beispielsweise werden manche Krankheiten hier so behandelt, indem man den Bauch etwas aufschneidet und mit glühender Kohle und Asche ,,behandelt’’.

Jedenfalls war dieser Mann der Überzeugung sich selber heilen zu können. Mit der regelmäßigen Einnahme der Schmerzmittel konnte er 4 Monate lang auch nahezu alles machen. Allerdings konnte er sich dann auf einmal immer schlechter bewegen und die Schmerzen wurden stärker. Das ging so weit, dass er nun schon seit 2 Monaten nur noch liegen kann. Zusätzlich hat er aber in dieser Zeit von seiner Tochter immer mehr von Jesus hören wollen. Sie konnte ihm viel erzählen und auch 2 Leute aus unserem Team haben ihn besucht, um ihm mehr von Jesus zu erzählen. In diesem Zustand hat Julius ihn besucht. Bis dahin war er noch in keinem Krankenhaus.

Julius konnte mit ihm in ein nahegelegenes Krankenhaus fahren, um Röntgenbilder machen zu lassen.

Diese sahen eher unauffällig aus. Auch die physiotherapeutischen Tests ergaben keine Hinweise auf schwerere Verletzungen. Um mehr Klarheit zu bekommen mussten sie nach Phnom Penh in ein größeres Krankenhaus.

Sie sind am Abend schon los gefahren, um morgen früh gleich dran kommen zu können. Sie wussten bis dahin noch nicht, was sie alles erwarten wird. Abends um 21Uhr durften sie dann auf das Krankenhausgelände und sich in einer offenen Kapelle einquartieren. Mit dem Vater, seinen 2 Töchtern und Julius haben noch ca 20-30 andere Leute auf dem blanken Boden geschlafen, in der Hoffnung am nächsten Tag frühzeitig dran zu kommen. Die Nacht war herausfordernd, aber ok. Allerdings wurden sie 4Uhr früh geweckt, um sich in Reihen ein zu ordnen, damit Nummern ausgeteilt werden können. 6Uhr wurden diese Nummern dann ausgeteilt. Danach hieß es, dass in einer Stunde eine Andacht hier stattfindet und danach die Registrierung beginnt. Die Andacht machte einen guten Eindruck, war allerdings leider sehr schlecht platziert. Alle waren gerädert von der Nacht und die meisten Leute sind ja auch wegen tatsächlicher Notfälle gekommen. Um es kurz zu machen: sie konnten den Arzt ca. 2 Stunden später endlich sehen, um sich von ihm sagen zu lassen, dass er die notwendigen Untersuchungen in ca 3 Tagen machen kann. Das hat ihnen dann den Rest gegeben. Als sie das hörten, haben sie sich entschieden eine Privatklinik, die etwas teurer ist, aufzusuchen. Dort angekommen wurden sie wieder mit einer Patientenflut konfrontiert. Die Betten der Notaufnahme standen bis auf die Straße raus. Wenigstens ging es nach einer Weile in diesem Krankenhaus endlich mit Untersuchungen los. Der Papa wurde aufgenommen und Julius konnte erstmal wieder nach Hause kommen.

Leider stagnierte es am nächsten Tag schon wieder. Die Ärzte wollten keine weiteren Untersuchungen machen, da der Patient zu schwach wäre. Sie ließen die Familie 3 Tage lang warten, ohne dass wirklich etwas gemacht wurde, außer Schmerzmittelgabe. Selbst auf das Einfordern bestimmter Untersuchungen wurde nicht eingegangen. Also entschied sich unsere Freundin dazu, ein noch teureres Krankenhaus aufzusuchen. Dort war das Prozedere allerdings ähnlich. Es wurde gewartet und Schmerzmittel gegeben. Als man endlich soweit war ein MRT machen zu können, wurde dann auf einmal herausgefunden, dass der Patient ja noch Metallsplitter vom Krieg im Körper habe und dass deswegen kein MRT möglich sei. Auf Drängen hin wurde dann 2 Tage später endlich ein CT gemacht.

Die Diagnose danach lautete dann: “Two bones disappeared. It is really bad. He will die.“ - „Zwei Knochen sind verschwunden. Es sieht sehr schlecht aus. Er wird sterben.“

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie es der Familie nach all den Strapazen dann damit ging. Der Vater ist mittlerweile immer schwächer geworden.

Hier haben wir uns entschieden, ihn bei uns Zuhause auf zu nehmen, damit er bei seiner Tochter hier in Siem Reap sein kann und sie und wir uns um ihn kümmern können.

Etwas mehr als 1,5 Wochen haben sie dann bei uns im Wohnzimmer gewohnt. Es war eine sehr schöne, aber auch herausfordernde Zeit. Uns ist diese Familie sehr ans Herz gewachsen und es hat uns begeistert wie in der kambodschanischen Kultur mit Krankheit umgegangen wird. Jeden Tag kam jemand aus der Familie zu Besuch, teilweise hatten wir 15 Leute in unserem Wohnzimmer. Es war trubelig, manchmal laut, aber wunderschön und es war uns eine Ehre so die Kultur so nah mitzuerleben und von Ihnen lernen zu können.

In diesem ganzen Prozess hat sich die Familie auch dafür entschieden an Jesus zu glauben. Wir hatten einige Gelegenheiten mit ihnen über den Glauben zu reden und für sie zu beten. In der Zwischenzeit wurde das sehr kleine Haus von unserer Freundin/seiner Tochter dafür vorbereitet, dass sie alle bei ihr wohnen können. Uns als Familie tat es dann auch gut, wieder den geregelten Alltag haben zu können. Jetzt begleiten wir sie noch und besuchen sie regelmäßig. Viele aus unserer Kirche hier beten mit und unterstützen die Familie wo es geht.

Um ehrlich zu sein braucht es ein Wunder, dass er wieder körperlich gesund wird.




Wir sind dankbar hier sein zu dürfen, dankbar für all das was wir hier erleben dürfen, dankbar für die Freundschaften die wir hier haben, dankbar dass sich unsere Kids hier immer mehr Zuhause fühlen und das Heimweh immer seltener present ist, dankbar für die wundervolle Zeit mit unseren Gästen, dankbar für das ICF CAMBODIA was absolut geniale, lebensverändernde und nachhaltige Arbeit leistet, dankbar für alle Begegnungen und alles Leben teilen mit den Menschen hier vor Ort und dankbar für eure Unterstützung durch so unterschiedliche Art und Weise!



Anbei senden wir euch noch ein paar Eindrücke aus Siem Reap und unserem Leben hier.

Über die aktuelle Corona-Situation hier in Kambodscha und unser derzeitiges HOME SCHOOLING berichten wir euch im nächsten Rundbrief. Seid lieb gegrüßt von uns fünf Döhlers aus Siem Reap :-)














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